64. EU-Wettbewerb: "In Europa angekommen - und nun?"

Unter dem Motto: „In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“ fand in diesem Schuljahr der 64. Europäische Wettbewerb statt.

Hierbei handelt es sich um einen der ältesten Schülerwettbewerbe Europas. So setzen sich seit über 60 Jahren Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schulformen - über ganz Europa verteilt – mit aktuellen europäischen Themen auseinander. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Deutschlandweit nahmen 85.229 Schülerinnen und Schüler aus 1.240 Schulen teil. Auch die FOS/BOS Amberg war mit Schülerinnen der Klasse FS13 dabei. Diese hatten sich für das folgende Sonderthema entschieden: „In Europa angekommen – und nun?

Zwei Teilnehmergruppen reichten einen selbst geschriebenen Song ein. Die Titel „Salam“ und „Europa – and NOW?“ setzen sich u.a. mit den Wünschen, Hoffnungen und Vorstellungen der Ankommenden auseinander.

Um keine willkürlichen Aussagen aus dem Internet verwenden zu müssen, entwickelte eine der beiden Gruppen einen Fragebogen und ließ ihn – unter Mithilfe von Frau Scharl und Herrn Grill - von den Flüchtlingen der Berufsintegrationsklassen am BSZAM beantworten. Eine der Kernfragen war dabei: „Was verbindet ihr mit Europa?“

Darauf aufbauend schrieben Anna Schreglmann, Bruna Wenzel, Mona Stegmann und Selina Kunisch das Lied „Europe – and NOW?“, welches sie dann gemeinsam mit freiwilligen Schülern der BIK musikalisch – mit Gitarren, Trommeln und Gesang - umsetzten.

„Wir hatten mit dem Projekt sehr viel Spaß und konnten neue Erfahrungen sammeln, u.a. in der Erstellung eines Songs, aber auch in der Zusammenarbeit mit nicht ursprünglich deutsch-sprachigen Schülern. Die Freude und offene Art der Flüchtlinge führte zu einer lockeren Atmosphäre und zu einem tollen Ergebnis! Es war eine tolle Erfahrung“ lautete das Feedback der Schülerinnen, die dafür mehrere Nachmittage einbrachten.

Die dritte Gruppe – bestehend aus Sophia Heuberger, Christin Hiereth und Christin Nowak - wählte das Schattenspiel als Ausdrucksmittel für die Gefühle und Vorstellungen der Neuankömmlinge in der EU. Mit der Schwarz-Weiß-Visualisierung sollte verdeutlicht werden, dass alle Menschen zunächst gleich sind. Die Schülerinnen stellten zunächst die erste Zeit nach der Flucht dar: Einsamkeit, viele neue Eindrücke, Ablehnung, fehlende Integration, Sprachdefizite, Probleme bei der Anpassung an die „neuen“ Gesetze und Regeln, Verzweiflung etc.

Im Anschluss daran wurden mit Hilfe der Schattenwand folgende positive Aspekte dargestellt: u.a. eine Hand, die dem Flüchtenden gereicht wird, eine Friedenstaube sowie ein Peace-Zeichen, die für ein Leben in Frieden stehen, eine Pyramide, die die vielen Eingliederungshilfen symbolisiert, ein Herz, das Freundschaft darstellen soll oder beispielsweise ein kurdischer Tanz. Letzteren brachten Flüchtlinge im Rahmen ihrer Arbeit in der Kulturklasse den drei Schülerinnen bei.

Mit Hilfe des Wettbewerbs – insbesondere aufgrund des Sonderthemas – hatten die Schülerinnen einmal die Möglichkeit, sich über den normalen Unterrichtsalltag hinaus mit dem aktuellen Thema „Flucht“ auseinander zu setzen, Kontakte zu den Flüchtlingen an unserer Schule zu knüpfen, miteinander Spaß zu haben und das Motto der Schule „Schule ohne Rassismus“ einfach zu leben.

Besonders schön ist, dass die Gruppe „Schattentheater“ auf Landesebene erfolgreich war und an der Siegerehrung in Regensburg teilnehmen darf.

Heidi Selch-Witt