Auf dem Weg zur Schule 4.0

Auf dem Weg zur Schule 4.0

In Amberg hat sich die Firma Siemens auf diesem Gebiet bereits einen Namen gemacht. Nun wird auch das Berufliche Schulzentrum zu einer "Modellschule Wirtschaft 4.0", um den mehr als 3000 Schülern vernetzte Produktionsstätten anbieten zu können. 

Der Begriff "Industrie 4.0" steht für die sogenannte vierte industrielle Revolution, die eine intelligente und flexible, an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtete Produktion zum Inhalt hat. Die Grundlage dafür bilden digitale Systeme, die untereinander, aber auch mit Menschen vernetzt sind und kommunizieren können.

Schritt in die Zukunft

Das Berufliche Schulzentrum erhält auf dem Weg zur Modellschule Unterstützung durch das Förderprogramm "Industrie 4.0" des Bayerischen Kultusministeriums, um das sich die Einrichtung mit einem ausgefeilten Konzept beworben und den Zuschlag erhalten hat. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Martin Wurdack, sowie das verantwortliche Organisationsteam um Rainer Graf (Mechatronik) und Michael Kaulbach (Metalltechnik) freute sich gemeinsam mit OB Michael Cerny über diese Nachricht, die für Cerny laut Pressemeldung einen wichtigen Schritt in ihrer technologischen Weiterentwicklung bedeutet.

Nur noch Cham hat in der Oberpfalz den Zuschlag für die Teilnahme an dem Projekt erhalten. Dieses wird vom Bayerischen Kultusministerium mit 50 Prozent der Gesamtsumme von 225 000 Euro gefördert. Der Zweckverband der Berufsschulen Amberg-Sulzbach trägt die andere Hälfte der Kosten für diese Maßnahme, mit der das Schulzentrum eine eigene "Smart Factory" aufbauen will. Dazu arbeitet die Schule unter anderem mit der städtischen Wirtschaftsschule, der Berufsober- und der Technikerschule sowie mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule intensiv zusammen - und bei Letzterer nicht nur mit den Amberger Studienzweigen Elektrotechnik und Maschinenbau.

"The Ear" als Baustein

"Es ist ebenso geplant, in Zusammenarbeit mit der betriebswirtschaftlichen Fakultät ein Marketingkonzept erstellen zu lassen", berichtet Michael Kaulbach, der die Bewerbung für die Fördermaßnahme vorbereitet hat und das Projekt auch in Zukunft begleitet. Doch bevor es soweit ist, gilt es zunächst einmal eine eigene Fertigungsstraße inklusive eines automatischen Transportrobotersystems zu errichten.

Ein wichtiger Baustein ist das bereits in der Vergangenheit entwickelte Electro-Acoustic-Radiometer-System "The Ear", mit dessen Hilfe die Lautstärke in einem Raum gemessen werden kann und das bereits in mehreren Amberger Kindergärten und Grundschulen eingesetzt wird. Ziel ist es, dieses gezielt den Kundenwünschen anzupassen und weiter zu vertreiben sowie weitere Produkte zu entwickeln. "Das kann freilich nur gemeinsam mit starken Partnern gelingen, wobei wir unter anderem auf Siemens, SAP und Festo zählen können", betont Michael Kaulbach.

Amberger Zeitung vom 14.12.2017

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