Inklusion konkret

Inklusion konkret

Durch die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 hat sich Deutschland als Vertragsstaat zur Sicherstellung der Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung verpflichtet. Diesem gesamtgesellschaftlichen Auftrag muss entsprechend Rechnung getragen werden.

Immer häufiger kommen Schülerinnen und Schüler mit Inklusionsbedarf an unsere Schulen. Um die betroffenen Jugendlichen besser verstehen und im Unterricht unterstützen zu können bzw. sich in ihre Situation besser hineinversetzen zu können, fanden in diesem Schuljahr am BSZAM für interessierte Kolleginnen und Kollegen zwei Fortbildungen statt.

So referierte Frau Naumann-Laun vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst an beruflichen Schulen auf beeindruckende Art und Weise zum Thema „Wie bitte?! - Hörschädigung und Inklusion“. Anhand einer Demo-Software und praxisnaher Übungsbeispiele machte sie den Kolleginnen und Kollegen deutlich, was es eigentlich heißt, nicht bzw. nicht gut hören zu können. Allen Anwesenden wurde nach und nach erst bewusst, wie anstrengend eigentlich der Unterrichtsalltag für die betroffenen Schüler ist. Ein wesentlicher Baustein für den Schulerfolg der Hörgeschädigten ist daher, diese im Unterricht in Form eines Nachteilsausgleichs sinnvoll zu unterstützen; z.B. mit Hilfe von Visualisierungen, von FM-Anlagen, einer deutlichen Sprache oder guten Visualisierungen.

Die zweite Fortbildung fand zum Thema „Autismus-Spektrum-Störung und Inklusion" statt. Frau Geiger vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst Autismus gab einen Einblick in die Welt autistischer Menschen. So informierte die Referentin auf sehr anschauliche Art und Weise über die verschiedenen Formen und Ausprägungen von Autismus. Beispielsweise können Autisten Mimik oder Gestik nur schwer deuten, meiden oftmals Blick- und Körperkontakt, spielen zurückgezogen, sind auf bestimmte Themen fixiert und verweigern sich Veränderungen. Frau Geiger berichtete, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland autistisch sei, aber nicht alle Fälle diagnostiziert sind. Gegen Ende der Veranstaltung zeigte sie den Kolleginnen und Kollegen noch verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für die Schule und den Alltag auf; so gibt es beispielsweise auch ein sog. soziales Kompetenztraining.

Beide Fortbildungen zeigten, wie wichtig es ist, sich mit der jeweiligen besonderen Situation der Betroffenen genau auseinander zu setzen und immer gut miteinander zu kommunizieren. Denn nur wenn der Einzelne gut informiert ist, kann er besser verstehen und helfen, sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen.

Heidi Selch-Witt

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