Präsentation der Doku „lebens(t)raum“ – die OTH zu Gast am BSZAM

Präsentation der Doku „lebens(t)raum“ – die OTH zu Gast am BSZAM

150 Schülerinnen und Schüler aus 8 Klassen kamen Ende Juli zusammen, um den Dokumentationsfilm „lebens(t)raum“ zu sehen, der im Rahmen des Projektes „Integration.kreativ“ unter der Leitung von Frau Prof. Nailja Luth entstanden ist.

Der preisgekrönte Film ist die Abschlussarbeit dreier Medientechnikstudenten der OTH Amberg-Weiden. Frau Prof. Nailja Luth führte eingangs kurz in den Film ein. Er porträtiert den Fluchtweg und die Lebensumstände von vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Zwei hiervon sind derzeit noch Schüler des BSZAM.

Der direkte Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen und der eigenen Schule, verbunden mit der hervorragenden Qualität des Films schaffte eine interessierte Atmosphäre. Gekonnt waren nicht nur der Schnitt, der Ton, die graphische Darstellung der Fluchtwege und der Situation in den Herkunftsländern. Gekonnt waren auch die Porträts, in denen die jungen Flüchtlinge zu Wort kamen. Hier wurde mit leisen Tönen vermittelt, was die Menschen, die zu uns gekommen sind, erlebt haben und was sie heute beschäftigt. Man sieht die jungen Menschen auch miteinander im Umfeld der Hochschule, wo die Studenten den Flüchtlingen Fertigkeiten vermitteln, die sie selbst im Studium erwerben, beim gemeinsamen Picknick im Grünen, beim Tanzen auf Festen. Man hört, dass durch die Begegnung im Projekt dauerhafte Freundschaften entstanden sind. Der Film entlässt den Zuschauer ohne Forderungen, ohne zu manipulieren, er regt zum Überdenken eigener Einstellungen an, ohne zu belasten.

Ebenfalls gekonnt war die Moderation der anschließenden Diskussion durch die drei Medientechnikstudenten, in der die Schüler mit ihren Meinungen und Eindrücken zu Wort kommen durften. Das Anliegen der studentischen Filmemacher und ihrer Professorin, die jungen Zuschauer zu hören und zu verstehen, was sie im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation im Land beschäftigt, war deutlich zu spüren. Auch wenn nur wenige Schüler mangels persönlicher Berührung mit den Menschen aus fremden Ländern auch eine persönliche Meinung haben, klingt etwas nach, ist ein Anfang gemacht.

Im Nachgang sagte eine Schülerin der WGH10: „Da bekommt man das Gefühl, man sollte auch was machen. Nächstes Jahr bekommen wir im Betrieb zwei neue Auszubildende, die geflohen sind.“ Vielleicht inspiriert so eine Präsentation, in der junge Menschen bei gemeinsamen Aktivitäten von der Kamera begleitet wurden dazu, selbst auf Menschen zuzugehen, die weniger günstige Startbedingungen in ihr eigenes Erwachsenenleben haben als sie selbst.

Kerstin Klug

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