Bergbau- und Industriemuseum im "Ruhrgebiet des Mittelalters"

Bergbau- und Industriemuseum im "Ruhrgebiet des Mittelalters"

Mitte Oktober besuchten wir das Bergbau- und Industriemuseum Theuern. Das Museum ist im Schloss Theuern untergebracht und hat einige Außenstellen wie das Hammer- und Polierwerk, welches wir besuchten.

1978 wurde ein Historisches Haus aus dem Bayerischen Wald abgetragen und in Theuern wieder errichtet. Dort sind seitdem das Polierwerk und die Spiegelglasschleife untergebracht. Im Erdgeschoss sind zum einen die Horizontalschleife und das Antriebswerk für die verschiedenen Gerätschaften eingelagert. Das Antriebswerk bekommt den Schwung von einem Wasserrad und leitet diesen dann durch verschiedene Transmissionen zu den jeweiligen Apparaturen. Die Horizontalschleife schliff das Glas, abhängig der gewünschten Güte, ca. 12 bis18 Stunden. Die Frauen der Glasschleifer dosierten danach die Platten noch nach, d.h. sie polierten die Tafeln mit einem Gemisch aus Granat und Wasser.

Im 1. Obergeschoss ist die Polierhalle mit 32 Poliertischen, die sich durch die aus dem Erdgeschoss kommenden Riemen, welche am Antriebswerk angeschlossen waren, in Bewegung setzten.

Im 1. und 2. Obergeschoss befinden sich zusätzlich die Gemächer der Müllner und ihrer Knechte sowie Gesellen. Über die Betreiber wurde damals gesagt, sie wären mit dem Teufel im Bunde, da die Dorfbewohner nicht wussten wie die Technologie, die dort untergebracht ist, funktioniert und die Quelle der Lärmbelastung sich nicht erklären konnten. Deshalb standen solche Mühlen außerhalb der Dörfer.

Direkt neben dem Polierwerk steht das Hammerwerk, welches ebenfalls mit Wasserkraft betrieben wird. Genauso wie die andere Außenstelle wurde die Hammermühle erst im 20. Jahrhundert in Theuern wieder aufgebaut. Ein Wasserrad ist direkt an einem ganzer Baumstamm - mit einem Durchmesser von ca. einem Meter - angesetzt, die so genannte Hammerwelle, diese ist mit Zapfen versetzt. Sie drücken die Hämmer durch Hebel Wirkung nach oben und lösen anschließend den Schlag aus.

Zuletzt gibt es noch eine Schmiede mit Schmiedeofen, Amboss, Blasebälgen usw. Bei verschiedensten Festen/Märkten wird dort heutzutage noch gearbeitet.

Andreas Schwarz, FT11d

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