"Multitalente und in vielen Bereichen einsetzbar"

"Multitalente und in vielen Bereichen einsetzbar"

Sie erreichten Spitzennoten bei der Abschlussprüfung für Medizinische Fachangestellte (Bild vorne von links): Jenniver Harant, Kristina Hierl, Angelika Jankowski und Madison Martinez. In der Mitte die verabschiedeten Lehrkräfte Dr. Lieselotte Albrecht und Regina Demleitner sowie der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands, Dr. Martin Pöllath. (Bild hinten von links): MFA-Teamleiter Karl Püttner, 2. Bürgermeister Martin Preuß und stellvertretender Schulleiter, StD Helmut Nierlein.

Der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands, Dr. Martin Pöllath, und Bürgermeister Martin Preuß mussten sich in ihren Redeentwürfen umstellen und sich erst daran gewöhnen: In der Gruppe von 28 erfolgreichen Prüflingen, die die Abschlussprüfung zum/zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) bestanden haben, ist heuer erstmals auch ein junger Mann.

Es gibt heute sehr gute Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für ausgebildete Medizinische Fachangestellte. Dies betonte Dr. Pöllath bei der Entlassfeier im BSZ Amberg. Nicht nur 28 Absolventen, sondern auch drei langjährige, bewährte Lehrkräfte verließen die Schule.

Vor der Zeugnisverleihung betonte 2. Bürgermeister Martin Preuß in seinem Grußwort, dass sich die Medizinischen Fachangestellten (MFA) für einen ganz schön herausfordernden Beruf entschieden hätten. Dieser sei erste Anlaufstelle für Patienten und erfordere großes Einfühlungsvermögen und gleichermaßen ein gerütteltes Maß an Durchsetzungsvermögen und an Belastbarkeit, um in jeder Situation adäquat reagieren zu können. Für die gute Vorbereitung auf den weiteren beruflichen Lebensweg der jungen Leute dankte Preuß den Verantwortlichen in den Ausbildungsbetrieben und den Lehrkräften.

Der stellvertrende Schulleiter, StD Helmut Nierlein, unterstrich in seiner Rede die besondere Bedeutung dieses Berufes, der vor allem auch Einfühlungsvermögen, neudeutsch Empathie, erfordere. Nierlein zeigte den Absolventen Möglichkeiten der Fortbildung auf, beispielsweise zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Er verwies auch mit etwas Eigenwerbung darauf, dass ab nächstem Schuljahr die FOSBOS Amberg die neue Ausbildungsrichtung „Gesundheit“ anbieten werde. „Schüler können dann auch in diesem Bereich die Hochschulzugangsberechtigung erwerben und im Anschluss an einer Hochschule studieren“, kündigte Nierlein an.

„Das Berufsbild der MFA hat große Entwicklungsmöglichkeiten“, betonte Dr. Martin Pöllath, der eingangs einen Exkurs in die für die meisten unbekannte P4-Medizin unternahm. Laut Pöllath hat sich  in den letzten Jahren eine zunehmende Deversifizierung und Spezialisierung ergeben. „Das MFA-Berufsbild erschöpft sich nicht mehr in einfachen Assistenztätigkeiten mit überwiegender Tätigkeit an der Anmeldung oder in wenigen Funktionsbereichen“, erläuterte er.

In den modernen, zunehmend großen Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren, aber auch in Kliniken, werde von einer MFA erwartet, „dass sie Multitalent sein muss und in vielen Bereichen einsetzbar ist“. Sie/er sollen Profis sein im Sprechzimmer, im Röntgen, im OP, im Steri, als Hygienefachkraft, als Abrechnungsspezialistin, in EDV-Dingen, für das Qualitätsmanagement, ganz aktuell als Datenschützer, als Praxismanager etc. Pöllath schloss daraus: „Es gibt also heute sehr gute Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten“.

Nach Angaben von Pöllath bleiben 50 Prozent der aktuellen Absolventen in der Ausbildungspraxis. 30 Prozent wechseln in eine andere Praxis und 20 Prozent streben eine weitere Ausbildung oder einen Schulabschluss an der BOS an. Zusammen mit dem MFA-Teamleiter am Beruflichen Schulzentrum, Karl Püttner, überreichte Pöllath die Zeugnisse.

Für ihren herausragenden Abschluss zeichnete er Jenniver Harant aus der Kinderarztpraxis Dres. Bierler/Keppler, Amberg, als Prüfungsbeste mit dem Schulabschluss 1,0 und dem Kammerabschluss 1,8 aus, sowie Kristina Hierl als Schulbeste im Abschlusszeugnis aus der neurologischen Praxis Dr. Schindler, Amberg aus. Blumem gab es auch für die Zweitbesten, Angelika Jankowski aus der internistischen Praxis Dr. Meier und Madison Martinez aus dem St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg.

Mit der Entlassfeier der Abschlussklasse galt es auch drei verdiente Lehrkräfte zu verabschieden. Dr. Lieselotte Albrecht unterrichtete vom 10.9.2007 bis zum jetzigen Ausscheiden medizinische Fachkunde und stand dem Prüfungsausschuss für die MFA als Vertreterin in der Ärzteschaft zur Verfügung. Die letztgenannte Tätigkeit wird sie beibehalten. Dr. Christel Lieleg, die an der Feierstunde nicht teilnehmen konnte, arbeitet bereits seit September 1988 als ärztliche Lehrkraft an der Staatlichen Berufsschule. Sie wird ihre Tätigkeit im Februar 2019 beenden. Dritte im Bunde ist Regina Demleitner. Sie betreute seit Mai 1979 das Labor und damit auch bis zum Ende dieses Schuljahres den Unterricht in Laborkunde. Die Schule hofft, dass sie für die praktischen Abschlussprüfungen Ansprechpartnerin für den laborpraktischen Teil bleibt.

Hubert Uschald, Amberger Zeitung

Zurück