Siemens Healthineers - Gesundheit, Ingenieur und Revolutionär

Siemens Healthineers - Gesundheit, Ingenieur und Revolutionär

Siemens Healthineers ist ein Unternehmen, das seit kurzem an der Börse notiert ist und das wir, die Klassen FW11a und c, im Rahmen der Fachpraktischen Ausbildung am Standort in Kemnath besuchen durften.

Bis vor nicht allzu langer Zeit lautete der Name noch Siemens Healthcare. Seitdem dieser Unternehmensteil jedoch aus Siemens ausgegliedert wurde und auf dem Aktienmarkt ist, hat er den Namen Healthineers. Die Namensgebung ist nicht dem Zufall überlassen. Das Wort Healthineers ist sehr durchdacht und setzt sich aus folgenden drei Bestandteilen zusammen: health (Gesundheit), engineer (Ingenieur) und pioneer (Revolutionär).

Das Unternehmen entwickelt hauptsächlich Röntgengeräte und betreibt große Forschung in der Medizintechnik. Zudem findet man in nahezu jedem OP-Saal ein Gerät von Siemens Healthineers. Einen ersten Einblick in die Welt von Healthineers und deren Produkte erhielten wir in einer kurzen Präsentation.

Geräte für Mammographie, Computertomographie, Fluroskopie, Ultraschall etc. gehören zu den Hauptprodukten. Neben der Produktion all dieser technischen Geräte wurde uns erklärt, dass Siemens Healthineers sehr viel Forschung in der Medizintechnik betreibt und beispielsweise die „Mobile C-Arms“ entwickeln konnte. Durch diese C-förmigen Geräte sind Knochen nicht nur in 2D, sondern auch in 3D erkennbar. Man kann sich vorstellen, welch ein Meilenstein allein dieses Gerät in der Medizin sein muss.

Nach der kurzen Einführung wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Herr Völkl begleitete uns in den ersten Bereich des Unternehmens: die Vor-Produktion. Hier konnte man einige Maschinen zum Zerspanen von Metall begutachten. Zerspanen ist im Grunde die Bearbeitung von Metall. Es werden bis zu 3,40 Meter lange Metallstücke in Form gebracht und Löcher, sowie alle anderen nötigen Formvorlagen eingefräst. Während des Rundgangs stießen wir immer wieder auf große röhrenförmige Metallstücke, woraufhin uns Herr Völkl erklärte, dass diese Bestandteile von sogenannten CTs (= Computertomographen) sind. Auf unserem weiteren Weg durften wir noch die Schweißerei und ein besonderes Messgerät sehen, welches die Messgenauigkeit einer Haardicke besitzt und unter einer besonderen Schutzatmosphäre arbeitet.

Im weiteren Rundgang wurde mir immer mehr bewusst, welch eine verantwortungsvolle und genaue Arbeit die Mitarbeiter hier leisten müssen, da Menschenleben an deren Maschinen hängen.

Nach der Vor-Produktion durften wir die eigentliche Montage erkunden. Im Gegensatz zur Vor-Produktion herrscht dort kein Schichtbetrieb. Hier werden die einzelnen Teile der Produktion weitgehend zusammengesetzt. In Kemnath werden die Geräte nicht komplett hergestellt, sondern lediglich die Einzelteile, die dann an andere Werke oder auch Krankenhäuser zur Fertigstellung geliefert werden.

Bei der Rundfühung ist mir zudem aufgefallen, dass die Halle nicht in tristen schwarz-weiß Tönen gehalten war, wie man es sonst von Unternehmen kennt, sondern in farbenfrohen Blumenmustern, ausgewählt durch eine Farbpsychologin. Des Weiteren werden den Mitarbeitern spezielle Trainingsgeräte, besonders für die Rückenschule bereitgestellt. Dadurch kann man direkt nach der Arbeit Verspannungen lösen und Krankheiten vorbeugen. Mich persönlich hat diese fürsorgliche Maßnahme sehr angesprochen.

Als wir in die Abteilung der Urologie und Fluroskopie gelangten, lernten wir das System „Shopfloor Management“ kennen. Zum Verständnis: die Mitarbeiter einer Abteilung treffen sich täglich an einem bestimmten Ort und besprechen den Stand der Projekte. Es wird unter anderem über die Kriterien Qualität und Sicherheit jedes einzelnen Produkts diskutiert. Das wird bewusst im Stehen gemacht, da das Sitzen zur Gemütlichkeit verleitet und so die Besprechungen in die Länge zieht. Bei Problemen werden rote, handgeschriebene Karteikarten an die jeweilige Pinnwand befestigt und daraufhin bearbeitet. Dieses System halte ich für sehr sinnvoll, so kann man das gearbeitete nochmal reflektieren und mögliche Fehler für die Zukunft vermeiden.

Zusammenfassend fand ich die Betriebsexkursion als sehr lehrreich. Einen so detaillierten Einblick mit Führung wird man nur selten erlangen können. Des Weiteren war ich begeistert von den verschiedenen Wegen, wie den Angestellten die Arbeit durch Ergonomie, diverse Aktivitäten und intensive Zusammenarbeit so angenehm wie möglich gestaltet werden soll.

Vanessa Kiener, FW11c

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