Von Göteborg über Kopenhagen und Hamburg ins Hirschauer Freizeitzentrum Monte Kaolino

Von Göteborg über Kopenhagen und Hamburg ins Hirschauer Freizeitzentrum Monte Kaolino

Gemeinsam mit den Partnerschulen aus Bergamo (Italien), Sevilla (Spanien) und Göteborg (Schweden) nimmt die FOS/BOS Amberg am EU-Projekt Erasmus+ teil. Im Rahmen des Programms besuchen sich die Schulen gegenseitig und arbeiten am gemeinsam gesetzten Ziel „By Train: Training Through Europe towards Sus­tainability“.

Als Vorzeigebeispiel für sanften, nachhaltigen Tourismus in der Region erschien der Amberger Erasmus-Projektleiterin, Studienrätin Tanja Stiegler, das Hirschauer Frei­zeitzentrum Monte Kaolino. Von der Richtigkeit ihrer Einschätzung konnten sich zehn Lehrkräfte sowie 94 Schüler und Schülerinnen aus Italien, Spanien, Schweden und Deutschland vor Ort bei einem Besuch überzeugen.

Als Informationspartner stand ihnen Bürgermeister Hermann Falk zur Verfügung. Er machte deutlich, dass der Kaolinabbau seit 1833 Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung der Städte Hirschau und Schnaittenbach nimmt. Mit einem Nachfolge­nutzungskonzept habe man nach Lösungen zur Veränderung und Umgestaltung der Landschaft nach dem Kaolinabbau gesucht. In diesem sei das Gelände um den Monte einer von vielen Schritten.
Durch die Lagerung von Abfallquarzmengen wuchs der Berg sei Jahrzehnten. 1957 entdeckte man letztlich die Einmaligkeit des Berges; ab diesem Zeitpunkt wurde der Berg für Sommerskiveranstaltungen genutzt.
 
Infolgedessen ent­stan­den Dünenbad, Campingplatz, Liftanlage und gastronomische Einrichtungen. Als diese in die Jahre gekommen waren, habe man Ideen entwickelt, wie man den Gesamtbereich um den Monte in Richtung Freizeitanlage nutzen könnte. Um das Projekt privatwirtschaftlich umzusetzen, hat der Stadtrat die Gründung der Monte Kaolino Freizeit GmbH beschlossen; mit der Stadt als alleinigem Gesell­schaf­ter. Von Anfang an war das Vorhaben mit allen touristischen Projekten der AOVE vernetzt.
Das touristisch breit gefächerte, für Einheimische wie Fremde attraktive Angebot beinhaltete die Vergrößerung des Dünenbadareals von 4.000 m² auf 12.000 m² und die Erweiterung des Campingplatzes um 130 Stellplätze, 30 Wohnmobilstellplätze, fünf Wohnmobilheime, eine Holzhütte sowie den Bau eines Sanitärgebäudes und weiterer Ver- und Entsorgungseinrichtungen.
Maxime war das Zusammenspiel zwischen Monte und Bad mit dem tragenden Ele­ment Sand um damit den Dünencharakter und das einmalige Flair zu erhalten. Die Versorgung der Badbesucher und Campinggäste wurde durch ein Lokal mit 116 Sitzplätzen und zwei Terrassen sowie einem Kiosk sichergestellt. Neu geschaffen wurden 685 PKW-Parkplätze und sieben Omnibusstellplätze. Bei der Auswahl des Standortes für den Hochseilgarten wurde besonders auf die Naturverträglichkeit geachtet. Um die Besucher und Skifahrer auf den Monte zu bringen, brachte man die alte Liftanlage auf den modernsten Stand. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung errichtete der SC Monte Kaolino eine Sommerrodelbahn mit einer Länge von 1.100 Metern. Bei etwa 33° Neigung überwinden die 42 Coasterschlitten eine Höhendif­fe­renz von 120 Metern. Die sportlichen Aktivitäten des SC Monte Kaolino gaben zudem den Impuls eine 2,5 Kilometer lange Inliner-Rundstrecke anzulegen. Sie ermöglicht Synergieeffekte mit den Einrichtungen des südlich gelegenen Sportparks.
Um Kindern ein abwechslungsreiches Betätigungsfeld anzubieten, wurde am Fuß des Monte ein Abenteuerspielplatz angelegt. Als weitere Attraktion schlängelt sich seit zwei Jahren eine Adventuregolfanlage mit 18 Bahnen den Bergfuß entlang. Ein gut angenommenes Freizeitangebot sind auch die Touren mit den elektrisch betriebenen Segways. Schließlich eignet sich der Freizeitpark bestens als Ausgangspunkt für Führungen durch den Industriepfad Geopark Hirschau/Schnaittenbach. Über eine Wegstrecke südlich der Kaolingruben zwischen Hirschau und Schnaittenbach wird auf zehn Stationen der Einfluss des Kaolinabbaus auf die Region vermittelt. Insgesamt, so Bürgermeister Falk, habe man mit dem Konzept eine hervorragende Symbiose mit Natur, Industrie, Freizeit, Sport, Fun und Erholung geschaffen.

Vollgepackt mit diesen umfangreichen Informationen nutzten die Jugendlichen nach dem Mittagessen ausgiebig die Gelegenheit, die Freizeitangebote selbst zu testen.

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte aller Partnerschulen aus Bergamo, Sevilla und Göteborg mit ihren Gastgebern aus Amberg (FOS/BOS Amberg) und dem Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk (rechts im Bild).

Werner Schulz

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