Krakau 2018

Ausschwitz geht unter die Haut

Unter der Begleitung von vier Lehrkräften stellten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten außerhalb des normalen Unterrichts das Gedenken und Erinnern an die Gräueltaten der Schoah in den Mittelpunkt der Exkursion. Weitere Themenschwerpunkte waren die polnische Erinnerungs- und Geschichtspolitik, die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der modernen Kunst und das jüdische Leben Krakaus.

Am ersten Tag in Südpolen unternahm die Schülergruppe einem Stadtspaziergang durch das Viertel Kazimierz und lernten so das historische jüdische Leben Krakaus kennen. Die für lange Zeit unabhängige Stadt diente als kulturelles Zentrum des jüdischen Lebens. Hier sind auch heute noch viele erhaltene oder wieder aufgebaute Synagogen zu finden. Stolpersteine und Gedenktafeln erinnern an jüdische Personen des öffentlichen Lebens, die mehrheitlich während der Schoah vernichtet wurden.

Das Zentrum, aber auch den emotionalsten Teil der Exkursion, bildete ein ganztätiger Studienaufenthalt im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Eine Führung durch das Stammlager Auschwitz mit anschließender individueller Besichtigung der Länderausstellungen gab den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Areal des ehemaligen Konzentrationslagers. Die Zeit war aber bei Weitem nicht ausreichend, um einen umfassenden Überblick zu erhalten. Anschließend besuchten die Teilnehmer das Außenlager Auschwitz-Birkenau. Dort hatten sie ohne Führung Zeit, sich eigenständig auf dem unfassbar großen Gelände umzuschauen. Dabei wurde in Kurzreferaten über die Hintergründe zu diesem Ort informiert. Der intensive Tag endete mit vielen Fragen und Eindrücken, welche die Abiturienten die gesamte Exkursion und darüber hinaus begleiteten.

Den Abschluss bildete am nächsten Tag eine informative Stadtführung durch das historische und sehr sehenswerte Krakau. Zunächst begeisterte die weitgehend unzerstörte Architektur der Stadt auf ganzer Linie. Die gotischen und barocken Bauwerke dominieren in meist gut erhaltenem Zustand das innere Stadtbild und laden zum Flanieren durch die Straßen ein.

Das vielfältige und abwechslungsreiche Programm gab Schülern die Möglichkeit, sich in den verschiedensten Kontexten mit der Erinnerung Polens an den Holocaust auseinanderzusetzen. Bei der durch die Sanddorf-Stiftung großzügig geförderten Schülerfahrt konnten die Teilnehmer viel über die Stadtgeschichte Krakaus und den Holocaust erfahren, so dass für das nächste Jahr bereits die Planungen für eine Neuauflage laufen.

Nähere Informationen und weitere Informationen erhalten Sie unter fbszam.wordpress.com.

Georg Hirmer