„Einfach menschlich“ – von Menschen und Süchten: Ausstellung zur Suchtprävention

„Einfach menschlich“ – von Menschen und Süchten: Ausstellung zur Suchtprävention

Kaum ein Mensch, den das Thema Sucht nicht in irgendeiner Weise beschäftigt und betrifft: Als selbst Betroffener oder als sich Sorgender um Arbeitskollegen, Mitschüler, Freunde, Familie, Eltern.

Im März gastierte die suchtpräventive Wanderausstellung „Einfach menschlich“ erstmals am BSZAM. Sie macht erfahrbar, was Sucht eigentlich ist, wie jemand in eine Sucht geraten kann, aber auch wie Betroffenen begegnet und geholfen werden kann.

Diese etwas andere Wanderausstellung will für die Krankheit Sucht und ihre Mechanismen sensibilisieren. Sie ist eine Erfahrungsausstellung – nicht in erster Linie von Ärzten, Psychologen und Wissenschaftlern, sondern ist von Menschen für Menschen gemacht. Diese Menschen haben erlebt, wie es ist, süchtig zu sein und haben Wege gefunden, das Ausleben ihrer Sucht zu beenden.

Davon lebt „Einfach menschlich“: keine Belehrungen, kein pädagogischer Zeigefinger, sondern Erfahrungen, die berühren, zum Nachdenken anregen und die Gefühle und Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher ansprechen.

Insgesamt über 400 Schülerinnen und Schüler des BSZAM – Berufsschule und FOS/BOS - hatten die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Nach einer kurzen Einführung durch Klaus Haschberger von der S.u.G (Suchtprävention und Genesung e.V.) aus Regensburg, wurden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, sich an den verschiedenen Stationen intensiver mit dem Thema Sucht auseinander zu setzen.

Eine Station beschäftigt sich beispielsweise mit den verschiedensten Erscheinungsformen von Sucht: Medikamentensucht, Fernsehsucht, Alkoholismus, Esssucht, Sexsucht, Arbeitssucht etc. In den weiteren Stationen geht es dann etwa um die sog. Co-Abhängigkeit und die krankmachenden und typischen Verhaltensmuster von Angehörigen Süchtiger und deren viele, meist ja gut gemeinte Fehler. Besucher finden aber auch Möglichkeiten aus diesem Kreislauf auszusteigen.
Besonderen Eindruck machte auf viele Schüler die begehbare, immer enger werdende Suchtspirale, die den schleichenden Weg in die Abhängigkeit zeigt, bis hin zum Tiefpunkt und Entzug.
An einer anderen Station ließen Zitate und Erfahrungstexte von Süchtigen und Angehörigen die Ausstellungsbesucher deren Empfindungen und Verhaltensweisen nachempfinden. Darüber hinaus konnten die Schüler und Schülerinnen in Informationsmaterialien und Broschüren stöbern, Selbsttests ausfüllen und Flyer mitnehmen.

Im Anschluss an die Ausstellung hatten die Jugendlichen noch einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Klaus Haschberger - Organisator und Referent vor Ort - erzählte von seiner persönlichen Betroffenheit hinsichtlich der Abhängigkeit. Gerade diese Offenheit und das hohe Maß an Authentizität des Referenten machten großen Eindruck auf die Zuhörerinnen und Zuhörer und wird den Klassen im Gedächtnis bleiben.

Melanie Fromm
Jugendsozialarbeit am BSZAM

Zurück