Gjør det – Mach was …

Gjør det – Mach was …

Drei Lehrkräfte des BSZ Amberg – Florian Koller, Bernhard Mikuta und Andrea Wittmann – besuchten im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union das Kontaktseminar „Gjør det“ der Norwegian Agency for International Cooperation and Quality Enhancement in Higher Education.

Die Veranstaltung fand im norwegischen Ålesund statt, einer vom Jugendstil geprägten Stadt am Nordmeer und immerhin 1.500 km von Amberg entfernt! Die Anreise erfolgte deshalb mit dem Flugzeug und gleich am ersten Tag erfuhr die Gruppe von der Zerstörung der Stadt am 23. Januar 1904. Bei einem Stadtbrand wurden die damals 10.000 Einwohner (heute 50.000) über Nacht obdachlos!

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. – er besuchte auf seiner Jacht das Land fast jeden Sommer – schickte sofortige Hilfe, die er aus seinem Privatvermögen finanzierte. Aus Dankbarkeit wurde eine der Hauptstraßen nach Wilhelm II. benannt. Er hat in Norwegen noch heute einen erheblich besseren Ruf als in Deutschland. Die neuen Häuser durften daraufhin nur noch aus Stein gebaut werden und die Innenstadt erhielt ihr Jugendstilensemble, das Ålesund auch aufgrund seiner Lage am Geirangerfjord während der Sommermonate zu einer Touristenattraktion macht. Da unser Kontaktseminar erst mit einem gemeinsamen Abendessen aller Teilnehmer begann, konnten wir fast den ganzen Tag bei herrlichem Sonnenschein die Innenstadt erkunden.

Am nächsten Tag wurden wir mit dem Bus zur Borgund Upper Secondary School gebracht, einer weiterführenden Schule, an der die allgemeine Hochschulreife oder eine Berufsausbildung erworben werden kann. Dort werden verschiedene Berufe aus den Bereichen Hoch- und Tiefbau, Zimmerer, Elektrohandwerk, Gesundheit und Ernährung beschult.

Die Teilnehmer des Seminars wurden in der Schulkantine mit einem hervorragenden Mittagsmenü verwöhnt, das von den Kochazubis zubereitet und serviert wurde. Das Tagesprogramm beinhaltete die Vorstellung aller teilnehmenden Schulen und Institutionen – Andrea Wittmann stellte unser BSZ Amberg vor – einen Rundgang durch die Räumlichkeiten der Schule und natürlich die Präsentation des norwegischen Schulsystems durch unsere Gastgeber.

Der grundlegende Unterschied zum deutschen, dualen Bildungssystem besteht darin, dass die Schüler im ersten und teilweise auch im zweiten Jahr nur ihre Schule besuchen und erst dann von einem Betrieb ausgebildet werden. Entscheidet sich ein Schüler für den beruflichen Bildungsweg, kann er durch das erfolgreiche Absolvieren von Aufbaukursen auch die allgemeine Hochschulreife erlangen.

Am Abend brachen wir zu einer Stadtrundfahrt auf, trotz des einsetzenden Regens ein unvergessliches Erlebnis. Für etwa eine Stunde konnten wir Ålesund vom Zugfenster aus genießen, der Stadtzug brachte uns auf der Rundfahrt vom Hotel zur Anhöhe Aksla und dem einmaligen Aussichtspunkt Fjellstua. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Restaurant auf der 130 Meter liegenden Anhöhe machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hotel – exakt 418 Stufen bergab mussten wir vom Fjellstua zum Stadtpark bzw. der Innenstadt zurücklegen.

Unser letzter Tag begann nochmals mit einer Busfahrt zur Insel Valderøya, die berühmt für das bislang älteste (3.-5. Jahrhundert) in Norwegen gefundene hochseetüchtige Boot ist. Die Insel konnten wir über den etwa 1,5 km langen Valderøya-Tunnel mit unserem Bus „trockenen Fußes“ erreichen. Das Tagesprogramm beinhaltete die Besichtigung der Firma Optimar, die in einer uns bestens bekannten Branche tätig ist: der Automatisierungtechnik! Im Gegensatz zu unseren heimischen Betrieben entwickelt und vertreibt Optimar allerdings Automatisierungslösungen für die Fischfang- und Fischverarbeitungs-Industrie.

Nach drei unvergesslichen Tagen in Norwegen freuen wir uns darauf, am 16.03.2020 zwei Lehrkräfte und den Direktor der Eiker Upper Secondary School aus Hokksund bei Oslo am BSZ Amberg begrüßen zu können. Geplant ist ein Job Shadowing, bei dem die Gäste unsere Kollegen eine komplette Woche im Unterrichtsalltag begleiten. Abschließend bedanken wir uns bei Tanja Stiegler für die Organisation der Erasmus+Projekte an unserer Schule:

Gjør det – Mach was … es lohnt sich!

Florian Koller

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