Amberg - Göteborg: Mit dem Zug einmal hin und zurück

Amberg - Göteborg: Mit dem Zug einmal hin und zurück

In der letzten Sommerferienwoche, am Sontag früh, machten sich sieben Schüle­rinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte auf den Weg nach Göteborg. Mit dem Zug. Abfahrt fünf Uhr morgens, Ankunft einundzwanzig Uhr abends. Nach der langen Reise von fünfzehn Stunden wurden die Reisenden am Zielbahnhof herzlich von den schwe­dischen Schülern und deren Lehrkräfte empfangen. Die italienische Gruppe war bereits am Nachmittag angereist, die spanischen Partnerschüler erreichten Göteborg am nächsten Tag.

Die Schweden erwarteten uns mit einem reichhaltigen Angebot, zugeschnitten auf das beantragte Erasmus+-Projekt mit dem Themenschwerpunkt sanfter Tourismus. Der Aufenthalt in Göteborg war gleichzeitig der Startschuss einer 22-Tage dauernden Reise von Göteborg über Amberg nach Bergamo: immer mit dem Zug.

 
In Göteborg erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler aller Partnerschulen ein Reisetagebuch, das ihre Eindrücke während der gesamten Tage der Reise festhalten sollte. Auch erstellten sie ein Konzept für einen kurzweiligen Film, der unseren Um­gang mit der Natur reflektieren sollte. Dabei wurde der Aufenthalt in Göteborg in­nerhalb der internationalen Gruppe tageweise aufgeteilt. Langsam fing auch der Film an Gestalt zu nehmen. Die Themen, die die Schülerinnen und Schüler anschnei­den wollten, mussten dabei koordiniert werden um Überschneidungen zu vermei­den. Die Jugendlichen entdeckten und verglichen ihren ökologischen Fußabdruck in­nerhalb der Gruppen und stellten schlussendlich die wesentlichen Unterschiede dem Plenum vor.
Doch zuvor lernten sich die Teilnehmer der internationalen Gruppe spielerisch kennen. Das Schulgebäude wurde erkundet, eine typische schwedische fica erlebt und das schwedische Schulkantinenessen umsonst verkostet.
 
Am nächsten Tag stand eine Stadtführung zu den schönsten Orten Göteborgs, die die heimische Gruppe organisiert hatte, auf dem Programm. Dazu wurde ein Laut­sprecher durch Göteborg mit den typischen Verkehrsmitteln Tram und Bus kut­schiert, damit alle Partnerschüler die Erklärungen in englischer Sprache mitverfol­gen konnten.
Das Dorf Äskhult nahe Kungsbacka, Halland ist ein idyllisch gelegenes Dorf im Norden von Halland und zugleich Freilichtmuseum, Naturreservat und Kulturreservat. Wir konnten hier die Geschichte des Dorfs in naturgetreuer Kleidung der Führerinnen erleben. Jährlich kommen rund 25.000 Besucher in das historische Dorf mit vier alten Höfe auf einem Bergrücken. Es besteht aus den vier Höfen Göttas, Jönsas, Bengts und Derras. Die Höfe liegen um einen gepflasterten Innenhof gruppiert auf einem Bergrücken. Von hier hatte man eine kilometerweite Aussicht. Die Weiden und Ackerflächen befinden sich auf den Hängen des Bergrückens und in der darunterlie­genden Ebene.
Nach einem dreistündigem Aufenthalt gings weiter nach Varberg. Die populäre Strandpromenade ist über hundert Jahre alt und reicht vom ganzjährig genutzten Kaltbadehaus (Kallbadhuset, aus dem Jahr 1903) im Norden bis zum Strand Apelviken im Süden. Insgesamt hat Varberg 80 km Küstenlinie. In der großen, flachen Bucht liegt eines der besten Windsurfing-Reviere Nordeuropas. Auch im Winter wird hier manchmal gesurft.
 
 
An Varbergs Strandpromenade liegt auch eines der Wahrzeichen von Varberg, die imposante Festung. Die Festung wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut. Sie bietet eine hervorragende Aussicht über das Kattegat. In der Festung ist das Museum der Provinz Halland untergebracht; hier kann man den berühmten Bockstensmann sehen, eine Mumie. Der Mann war wohl ein Steuereintreiber oder Rekrutenwerber, den unwillige Bauern im 14. Jahrhundert erschlagen und im Moor versenkt haben.

Der Freitag war ganz dem Vortrag der schwedischen Organisation schyst resande, www.schystresande.se/fair-travel, verschrieben. Diese schwedische Organisation sammelt mögliche Annäherungen an nachhaltigem Tourismus auch im Hinblick auf die Menschenrechte weltweit. Die Dame erarbeitete mit den Schülern kleine Konzepte nachhaltigen Tourismus in den verschiedensten Gegenden der Welt. Dies war nicht nur für die Jugendlichen schweißtreibend, auch für die Lehrkräfte.

Der letzte Tag stand ganz im Sinne des Tourismus. Mit Tram und Fähre erkundeten wir die Schäreninseln vor Göteborg. Abschließend spielten wir das schwedische Nationalspiel Brennball.

Am Montagmorgen ging es dann mit allen Partnerschulen und ihren Schülern gemeinsam mit dem Zug von Göteborg über Kopenhagen und Hamburg nach Amberg: insgesamt 18 Stunden Zugfahrt.

Möchten Sie weitere Informationen nachlesen? Dann schauen Sie auf die Seite folgender Facebook-Gruppe: www.facebook.com/groups/1483007798669581/

Tanja Stiegler
 

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