Technik und der Dienst am Menschen

Technik und der Dienst am Menschen

Die Klasse FT11c besuchte vor kurzem das Klinikum Amberg um einige Technikbereiche nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Praxis kennenzulernen.

Bei der Führung wurde uns die Technik gezeigt, die hinter einer Klimaanlage, einer Heizung, einem Notstrom oder einer Wasseraufbereitung steckt. Die Erste Station war die Wasseraufbereitung. Es wurde uns erklärt, wie das Wasser gefiltert und erhitzt wird, um die richtige Wasserhärte zu erreichen und die Anzahl der Bakterien zu senken. Das aufbereitete Wasser wird daraufhin in Tanks von jeweils mindestens 800 Litern Fassungsvermögen gespeichert. Es kommt dann zum Einsatz, wenn man bei kranken und alten Menschen beispielsweise Infektionen vorbeugen möchte.

Bei frischen Temperaturen um den Gefrierpunkt braucht das riesige Klinikum natürlich auch ein leistungsstarkes Blockheizkraftwerk (BHKW). Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Heizung zu Hause, nur der Maßstab ist um einiges größer. Die Heizungsanlage erstreckt sich über mehrere der vielen Gebäudekomplexe und liefert im Keller versteckt Wärme für alle Patienten. Das Gegenteil ist im Sommer der Fall. Wenn der Asphalt langsam zu schmelzen beginnt, braucht man eine Klimaanlage um die Luft kühl zu halten. Die Anlage ist im Winter logischerweise abgeschaltet.

Das Highlight unserer Führung bekamen wir viele Treppenstufen später im obersten Stockwerk des Gebäudes zu sehen: Die Helikopterlandeplattform. Ganz zu schweigen von der Aussicht auf die Umgebung bot die Plattform selbst einen atemberaubenden Anblick. Beim Bau musste man durch die einzelnen Stockwerke hindurch die stützenden Pfeiler aufstellen, da das Dach die Last eines tonnenschweren Helikopters nicht auch noch getragen hätte. So stützt sich das Konstrukt auf dem Fundament des Krankenhauses selbst, damit im Notfall schwerverletzte Opfer schnellstmöglich medizinisch versorgt werden können. Auch eine Heizung und Enteisungskanonen gibt es, um dem Helikopter selbst bei widrigen Bedingungen eine sichere Landung zu ermöglichen.

Einige Treppenstufen weiter unten, im Keller, kamen wir zum Notstromaggregat - ingesamt gibt es drei. Bei einem Strom-Blackout sollen sie die wichtigen elektrischen Geräte weiterbetreiben. In einem solchen Szenario dauert es sieben Sekunden bis die Generatoren anlaufen. Damit dies so schnell möglich ist, haben sie eine Art Standheizung, welche die 12-Zylinder in Bereitschaft halten. Sieben Sekunden können allerdings bei einer Operation fatal sein, deshalb werden diese sieben Sekunden mit Hilfe von Akkumulatoren überbrückt, um lebenserhaltende Geräte weiterbetreiben zu können.

Zum Ende hin besuchten wir noch die hauseigene Werkstatt, welche sich um die Instandhaltung und Reparatur des Klinikums kümmert. Auch die Zentrale für das BHKW steht dort; mit ihr kann man sämtliche Funktionen überwachen und regulieren.

Am Ende angekommen, hatten wir viel gelernt, vor allem wie viel nicht nur die Ärzte, sondern auch die technischen Angestellten leisten um Leben zu retten.

Marko Gale, FT11c

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