Zu Besuch bei den Staatsministern Kaniber, Piazolo und Huml

Zu Besuch bei den Staatsministern Kaniber, Piazolo und Huml

Die beiden Klassen BW12a und BT12a der FOSBOS Amberg besuchten im Rahmen von "Lernort Staatsregierung" das Landwirtschaftsministerium und die Staatskanzlei in München. Ziel dieser Aktion, bei der Schulklassen aus allen bayerischen Regierungsbezirken in die Hauptstadt kommen dürfen, ist, einen Minister und dessen Arbeitsumfeld kennen zu lernen.

Nach einer freundlichen Begrüßung wurden wir über die momentane Lage der Landwirtschaft, beispielsweise über den Unterschied zwischen Haupt- und Nebenerwerb in der Landwirtschaft oder den steigenden Bioanteil in den letzten Jahren informiert. So gibt es in Bayern im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik relativ viele Nebenerwerbslandwirte, was als eine Besonderheit der bayerischen Landwirtschaft zu sehen ist. Besonders erfreulich ist, dass der Anteil an biologisch erzeugten Lebensmitteln kontinuierlich steigt, was sowohl für Mensch als auch Natur große Vorteile bringt.

Später ging es ein Stockwerk höher, in das Büro von Staatsministerin Michaela Kaniber. Michaela Kaniber (CSU) ist seit 2013 Mitglied des Bayerischen Landtags und seit März 2018 Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Tagesablauf der Landwirtschaftsinisterin ist streng getaktet, da sie zahlreiche Termine wahrnehmen muss. Neben den regelmäßigen Kabinettssitzungen und Terminen in der Rolle als Staatsministerin steht auch der Besuch von Veranstaltungen an, die Frau Kaniber wahrnimmt, beispielsweise ihr ehrenamtliches Engagement bei der Kinderkrebshilfe TS-BGL e.V.. Als Stimmkreisabgeordnete des Wahlkreises Berchtesgadener Land muss sie diesen regelmäßig besuchen, um sich über die dortigen Entwicklungen zu informieren. Aus diesem Grund hat sie einen persönlichen Fahrer, der sie zu allen Terminen bringt. Diese Zeit ist jedoch nicht zur Erholung gedacht, sondern sie führt während der Fahrt Telefonate und bearbeitet Mails. In der gemeinsamen Diskussion mit der Referentin gewannen wir die Einsicht, dass aufgrund einer solch hohen Arbeitsbelastung, Annehmlichkeiten wie die eines persönlichen Fahrers unerlässlich sind und dass das Berufsziel „Politiker“ zum Teil etwas verklärt in unseren Köpfen verankert war.

Anschließend ging es zurück in den Vortragsraum. Der zweite Vortrag handelte von erneuerbaren Energien und wie deren Gewinnung und Nutzung sich in den letzten Jahren verbessert hat. So erfuhren wir, dass es neben den allgemein bekannten Biogasanlagen viele weitere Möglichkeiten gibt, erneuerbare Ressourcen zu nutzen.

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zur Staatskanzlei, wo bereits viele andere Klassen aus dem Freistaat anwesend waren. In dem beeindruckenden Kuppelsaal hatten wir die Möglichkeit, mit verschiedenen Ministerinnen und Minstern der Bayerischen Staatsregierung zu diskutieren. Neben der Staatsministerin Michaela Kaniber waren Professor Dr. Michael Piazolo, Staatsminister für Unterricht sowie Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, vertreten.

Im Anschluss an eine kurzen Begrüßungsrede tauschten sich die Anwesenden mit Frau Kaniber offen über aktuelle Themen aus. Darunter waren unter anderem das Volksbegehren zur Rettung der Bienen sowie die „Fridays for Future“-Bewegung. In der gemeinsamen Diskussion mit der Staatsministerin entstand der Konsens, dass für die Rettung der Natur- und Artenvielfalt sowohl von Seiten der Politik als auch von Seiten der Bevölkerung vieles verändert werden muss. Ein weiteres Thema waren die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Politik muss es beispielsweise ermöglichen, dass die Mehrheit in Bayern öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann, indem die Kosten gesenkt werden. Im Gegenzug muss dieses Angebot von der Bevölkerung auch genutzt werden. Dass solche Veränderungen aber sehr langwierige und schwere Prozesse sind, machte uns Frau Kaniber durch ganz persönliche Erfahrungen deutlich. Unterschiedlicher Meinung war man bei dem Thema „Fridays for Future“. Frau Kaniber, selbst Mutter zweier Töchter, lobte zwar den Einsatz der Jugend für den Klimaschutz, kritisierte jedoch die Art und Weise der Umsetzung wie beispielsweise die Demonstrationen während der Schulzeit. Auch wenn wir in manchen Punkten nicht mit der Staatsministerin übereinstimmten, war es eine bereichernde Erfahrung, in solch eine intensive Diskussion mit Frau Kaniber zu treten.

Herzlichen Dank für den spannenden und informativen Tag!

Chiara Reiter

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